GANZ WICHTIG: KONTAKT HALTEN

Der Sozialdienst Katholischer Frauen muss in der Corona-Krise neue Wege gehen, um im Westlichen Ringgebiet Braunschweigs die Angebote der Frühen Hilfen weiterzuführen. Ganz wichtig ist es, die Kontakte zu den Familien zu halten und für Gespräche und Fragen zur Verfügung zu stehen – derzeit allerdings nur per Telefon oder WhatsApp.  

Pandemie: Babytreff und Ausflüge gestrichen

Für die Diplom-Psychologin Andrea Nimmerrichter-Morscheck, die das Projekt des „Westlichen Elterntreffs“ leitet, ist die Pandemie eine besondere Herausforderung. Schließlich zeichnet sich der Elterntreff seit seiner Gründung im Jahr 2013 durch sogenannte niedrigschwellige Angebote aus, die leicht zugänglich, aber derzeit allesamt verboten sind. 

Dazu zählen Indoorspielplatz und Elterncafé, Schwangeren- und Babytreff, Vorträge und Ausflüge. Hier kann normalerweise schnell eine vertrauensvolle Atmosphäre entstehen, die ganz wichtig ist, damit Mütter und Väter über das sprechen, was sie im Alltag mit ihren Kindern beschäftigt. Und es werden viele wichtige Informationen vermittelt, vor allem für angehende Eltern: über gesunde Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit, Auswirkungen von Alkohol- oder Tabakkonsum während der Schwangerschaft, Risikofaktoren des plötzlichen Kindstods, Schütteltrauma, chronische Erkrankungen und Behinderungen.

Immer schön Abstand halten – auch auf dem Spielplatz. © Fotos: Sozialdienst katholischer Frauen.

Jetzt hält die Psychologin per E-Mail oder Telefon den Kontakt zu den Familien. Beispielsweise mit einer liebevoll gestalteten Frühlingspost mit vielen Ideen und einer kleinen „To-Do-Liste“ für den Frühling: Lieder singen, Vogelnester suchen, die ersten Frühblüher im Wald entdecken, ein Picknick machen (das geht auch unter dem Esstisch), Kresse aussäen, das Fahrrad putzen, das erste Eis draußen essen und vieles mehr. In anderen Mails geht es um Ausflüge zu Corona-Zeiten, um Rezepte, Vorlese-Tipps und Bastelideen oder um Vorschläge, wie die Mütter gebrauchte Kleidung oder Bücher tauschen können. 

Erschöpfte Familien

Viele Eltern sind derzeit erschöpft, vor allem, wenn sie ein behindertes Kind betreuen. Doch auch in anderen Familien sind die Sorgen groß: unausgeglichene Kinder, genervte Eltern, die Enge in den Wohnungen, Kurzarbeit, Homeoffice, Sorgen ums Geld. „Der Tag zieht sich hin wie Kaugummi“, hat Andrea Nimmerrichter-Morscheck von gestressten Eltern erfahren. „Wir sind froh, wenn die Kinder endlich im Bett liegen.“ Da ist es ganz wichtig, dass sie weiter ein offenes Ohr für die Familien hat. 

Projektdetails

Projektname:

Frühe Hilfen im Westlichen Ringgebiet

Träger:

Sozialdienst Katholischer Frauen 

Projektziel:

Unterstützung von Familien, vor allem  mit einem behinderten  Kind. 

Zielgruppe:

Familien mit kleinen Kindern unter drei Jahren. 

Förderzeitraum:

1.1. 2021 bis 31.12. 2021 

Förderbetrag:

10.000 Euro