Kinder lernen, eigene Freiräume zu entwickeln

Alle Kinder, die an der Freizeit des Netzwerks aus Hannover teilgenommen haben, haben Geschwister mit einer Behinderung oder schweren Erkrankung. Darunter sind Beeinträchtigungen wie das Angelmann Syndrom, Trisomie 18 und 21, schwere Angstpsychosen, Autismus und andre Erkrankungen. In allen Famlien leben Kinder, die über lange Zeiträume pflegerische und/ oder medizinische Unterstützung, Therapie oder Betreuung benötigen. Das belastet die ganze Familie und es ist für die Kinder sehr wichtig, einen eigenen Freiraum zu entwickeln nach dem Motto "Jetzt bin ich mal dran". In Otterndorf war dieser Freiraum eingebettet ist in ein freizeitpädagogisches Aktionsprogramm aus Sport und Bewegung. Ebenso wichtig ist es, die psychologische Widerstandskraft der Kinder zu stärken, ihre Isolation abzubauen und die Eltern zeitweise zu entlasten, um so die familiäre Situation zu entzerren.   

Das Konzept der Freizeit wurde an der Universität Leipzig zusammen mit dem Verbund für Geschwister entwickelt und vom Geschwisterkinder-Netzwerk für die Anforderungen der niedersächsischen Zielgruppe angepasst und weiterentwickelt. Darüber hinaus wurden für die Freizeit 2019 die Ergebnisse der Evaluation 2018 ausgewertet, verschiedene Arbeits- und Organisationsmodule des Konzepts angepasst und verbessert. So gab es sowohl Workshops für die Präventionsarbeit als auch Module, die auf eine Förderung von Sport und Bewegung zielen. Das Betreuerteam bestand aus zwei erfahrenen Leitern, die bereits beim Sommercamp 2018 dabei wurden, unterstützt von weiterern Betreuern. Da der Alltag in den Familien durch Pflege und Krankeheit sehr belastet ist, war eine besondere Sensibilisierung des Betreuungsteams nötig. Nach der Freizeit fanden Gespräche mit den Eltern statt, in denen es um Empfehlungen für weitere Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten der Kinder ging.  
 

Volle Konzentration: die Teilnehmer des Karate-Workshops.

                                           

Ein Höhepunkt: Lagerfeuer und Stockbrot. Fotos: Netzwerk für Geschwisterkinder