Kinder und Jugendliche leiden psychisch stark unter Corona-Pandemie

Daß Kinder und Jugendliche durch die Corona-Pandemie belastet sind, ist nicht überraschend. Fundierte Entscheidungen zum Wohl von Kindern in einer Pandemie-Lage brauchen eine wissenschaftliche Basis. Nun liegen die Ergebnisse der landesweite COPSY-Studie. Die Längsschnitt-Studie zeigt Alarmierendes. Fast jedes dritte Kind leidet ein knappes Jahr nach Beginn der Pandemie unter psychischen Auffälligkeiten. Betroffen davon sind vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund. Positiv zeigt sich, dass stabile Familienverhältnisse Kinder wirkungsvoll von den Auswirkungen der Pandemie schützen können. Das sind die Ergebnisse der zweiten Befragung der sogenannten COPSY-Studie (Corona und Psyche), die Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) durchgeführt haben. Sie ist bundesweit die erste und international eine der wenigen Längsschnittstudien ihrer Art.

„Unsere Ergebnisse zeigen erneut: Wer vor der Pandemie gut dastand, Strukturen erlernt hat und sich in seiner Familie wohl und gut aufgehoben fühlt, wird auch gut durch die Pandemie kommen. Wir brauchen aber verlässlichere Konzepte, um insbesondere Kinder aus Risikofamilien zu unterstützen und ihre seelische Gesundheit zu stärken. Hier sind auch die Schulen gefragt, regelmäßig Kontakt zu ihren Schülerinnen und Schülern zu halten und ihnen dadurch Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Sonst besteht die Gefahr, dass vor allem Kinder aus Risikofamilien ihre Motivation und Lernfreude verlieren. Aber auch insgesamt müssen wir die seelischen Belastungen und Bedürfnisse von Familien und Kindern während der Pandemie und während eines Lockdowns stärker berücksichtigen“, sagt Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer, Leiterin der COPSY-Studie und Forschungsdirektorin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psycho-therapie und -psychosomatik des UKE.

Die Studienergebnisse fanden am Tag der Präsentation, dem 10. Februar 2021, sofort ein großes Medienecho.

COPSY-Studie zeigt Lockdown-Folgen für Kinder

Projektdetails

Name des Projekts COPSY Längsschnittstudie zu den psychischen Auswirkungen der COVID19-Pandemie
Träger UKE, Child Public Health
Projektziel Aufzeigen der Wirkung der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche
Zielgruppe / Krankheitsbild Familien mit KIndern im Alter von 7 bis 17 Jahren
Förderzeitraum Dezember 2020 bis November 2021
Förderbetrag 56.500 €