1. Preisträger: Jeder findet seinen Platz im Judo

"Vielfalt ist unsere Stärke, JEDER findet seinen Platz bei uns im Judo", das ist das Leitmotiv der Judo-Abteilung im Eimsbütteler Turnerverband (ETV). Rund 50 Jungen und Mädchen mit besonderen Bedürfnissen trainieren dort, entweder in "normalen Gruppen" oder in speziellen Gruppen, in denen ihre Handicaps berücksichtigt werden. Etwa in der Gruppe für Blinde und Sehgeschädigte oder in einer Gruppe für Kinder mit geistiger Behinderung. Von den 70 Vereinen in Hamburg ist die Judo Abteilung im ETV die einzige, die ein solches Angebot hat. Dabei ist Judo nicht nur ein einfaches Sportangebot. Es ist eine Art Lebenshilfe und verbessert wesentlich die Alltagskompetenzen. Die Kinder trainieren ihren Gleichgewichtssinn, Wahrnehmung, Konzentration und räumliche Orientierung. Außerdem lernen sie, sicher und ohne Verletzung zu fallen. Letztendlich hat Judo auch einen Einfluss auf das Sozialverhalten. Wichtig ist das Miteinander, jeder lernt nur, wenn der Partner ihm hilft und umgekehrt. Und jeder ist dafür verantwortlich, dass es seinem Partner gut geht und er sich wohl fühlt. Gekämpft wird, ohne dass sich einer verletzt. Verpflichtend sind die Werte des Deutschen Judo-Bundes: Höflichkeit, Respekt, Hilfsbereitschaft, Ernsthaftigkeit, Wertschätzung und Ehrlichkeit. Und das Wichtigste ist: Judo bringt richtig viel Spaß und jeder, der beim ETV seinen Platz gefunden hat, kann das bestätigen.

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Anerkennungspreis: Lesen erhöht Bildungschancen

Wer lesen kann, hat bessere Chancen. Wichtig für einen Erfolg beim Lesen ist es, dass ein Kind schon in früher Kindheit Sprachkompetenz erwirbt. So kann es innere Bilder abrufen, wenn es später liest. Der Hamburger Leseleo hat das erkannt und vermittelt mit Erfolg ehrenamtliche Lesepaten an Kinder in Kindertagesstätten, in Vor- und Grundschulen. Ziel ist es, die Neugier und Wissbegierde der Kinder zu wecken und zu erhalten. Traumatisierten Flüchtlingskindern hilft der Erwerb der Sprache in Therapien ihre schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten und später einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Der Verein Leseleo, der 2008 von Dr. Annegret Boehm und Studenten der Universität Hamburg gegründet wurde, entsendet Lesepaten dorthin, wo Bedarf besteht. Ein Jahr begleitet der Pate das Kind und die beiden lesen wöchentlich eine Stunde zusammen. Die Mädchen und Jungen wissen diese ungeteilte Zuwendung besonders zu schätzen. Erfreulicher Nebeneffekt: Wegen der engen Kooperation zwischen Eltern, Paten und Schülern öffnen sich die Elternhäuser gegenüber den Schulen. Mittlerweile nehmen 26 verschiedene Schulen und Kindertagesstätten in Hamburg das Angebot wahr. Da viele der Lesepaten selbst nicht aus dem Deutschland stammen, sind sie Vorbilder für die Kinder.

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Anerkennungspreis: Elli, ein einäugiger Elefant

Das Auge ist das wichtigste Sinnesorgan des Menschen, es liefert 80 Prozent aller bewussten Sinneseindrücke. Doch was passiert, wenn ein Auge entfernt werden muss, wie es bei Kindern der Fall ist, die unter einem Retinoblastom leiden, einem bösartigen Tumor? Für die betroffenen Kinder, die in der Regel jünger als fünf Jahre sind, bedeutet der Verlust des Auges eine große physische und psychische Belastung, von der auch die Eltern betroffen sind. Darüber hinaus stellt sich das Problem, wie erkläre ich die Krankheit meiner Umwelt und wie geht diese damit um. Hier hilft Elli, ein einäugiger Elefant mit einem herausnehmbaren Auge, der von der "KinderAugenkrebsStiftung" erdacht wurde.

Kinder nutzen das Stofftier Elli, um in Rollen zu schlüpfen, Geschichten zu erfinden und um im Spiel ihr Trauma zu verarbeiten. Sie können an Elli zeigen, was mit ihnen passiert ist und sich mit ihrer Einäugigkeit spielerisch auseinanderzusetzen. Elli ermöglicht es den Kindern mit der eigenen Prothese, die täglich gereinigt werden muss, besser umzugehen. Den Eltern bietet das Stofftier die Möglichkeit, mit ihren Kindern ins Gespräch zu kommen. Mittlerweile wurde Elli schon an über 800 Kinder in Deutschland verschickt - und auch in den letzten Winkel dieser Welt.  

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