Psychische Erkrankungen erkennen

"Der Umgang mit Eltern, die unter einer psychischen Erkrankungen leiden, ist oft schwierig", sagt Anette Schmitt, Geschäftsführerin des AWO Kreisverbandes Stormarn e.V.. Aus Unwissenheit werde oft der Druck auf die Eltern erhöht in der Hoffnung, die Kooperation zwischen Eltern und Erziehern zu verbessern. Doch oft hilft genau der andere Weg. Wer etwas über die psychischen Erkrankungen weiß, kann auf eventuelle Probleme konstruktiv und ohne Druck reagieren. So ist eine gute Lösung für Eltern, Erzieher und Kind möglich. In den geplanten Fortbildungen können die Erzieher neue Verhaltensmuster kennenlernen, in den Arbeitskreisen vertiefen und im konkreten Fall Beratung anfordern. Anette Schmitt: "Wenn ein Elternteil einen gebrochenen Arm hat, wissen wir, was zu tun ist - es gibt einen Notfallplan. Bei psychischen Erkrankungen gibt es diesen Plan nicht. Das soll sich mit "Beherzt vernetzt" ändern."

Schlagworte: Psychisch kranke Eltern - Beherzt vernetzt - Kindertagesstätte - Arbeiterwohlfahrt

Den besten Weg für das Kind finden

"Wenn ich als Erzieher von einer psychischen Erkrankung weiß oder meine, deren Symptome zu erkennen, kann ich anders mit den Eltern umgehen und für sie einen Weg wählen, der ihre Ängste oder psychischen Probleme nicht verschärft", sagt Sven Carstens, sozialpsychiatrische Fachkraft bei "Beherzt vernetzt". "Einen sanften Weg eben." Ziel sei es, den besten Weg für das Kind zu finden. Das Kind werde entlastet, weil es im Kindergarten die Sorgen der Eltern hinter sich lassen könne, ergänzt Sozialarbeiterin Kerstin Rückert. Die Verpflichtung, sich bei einem Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohles an das Jugendamt zu wenden, bleibt davon unberührt.

Vernetzung und Kooperation

Zentrale Momente des  Angebots sind Vernetzung und Kooperation. "Es geht darum, die vorhandenen Strukturen zu vernetzen und so zu einer Schnittstelle zwischen Jugendhilfe, Sozialpsychiatrie und Gesundheitswesen zu werden", sagt Projektkoordinatorin Anne-Kathrin Neubau. Hinter "Beherzt vernetzt" steht eine Kooperation von AWO Kreisverband Stormarn e.V., der Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit e.V. (SVS), und der tohus gGmbH. Anmeldungen für Fortbildungen werden beim AWO-Kreisverband Stormarn entgegengenommen.                         

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Psychische Erkrankungen erkennen

Name des Projekts BEHERZT vernetzt
Träger AWO Kreisverband Stormarn e.V.
Kooperationspartner Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit e.V. und tohus gGmbH
Projektziel Handlungskompetenz im Umgang mit psychische erkrankten Eltern und ihren Kindern erhöhen
Zielgruppe / Krankheitsbild Pädagogische Fachkräfte in der Kindertagesstätte
Förderzeitraum 2015/2016
Förderbetrag 14.000 Euro