Trauma-Ambulanz - Verein Wendepunkt mit Förderpreis ausgezeichnet

Traumatisierte Kinder und Jugendliche haben eine neue Anlaufstelle in Westholstein. In Elmshorn, in den Räumen des Vereins Wendepunkt, finden Kinder und Jugendliche, die sexuell missbraucht wurden, fachkundige Hilfe. Träger der Trauma-Ambulanz sind die Regio-Kliniken und der Verein Wendepunkt. Nach Auskunft von Wendepunkt-Leiterin Ingrid Kohlschmitt ist eine derartige Kooperation zwischen Jugendhilfeträger und Klinik in Deutschland einmalig. Versorgt werden Patienten versorgt, die familiäre Gewalt erlitten haben. Wer Opfer von Gewalt wird, sollte möglichst schnell medizinisch betreut werden, betonte Anna Vetter, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Regio-Kliniken, bei der Eröffnung. Dann könne das traumatische Erlebnis besser verarbeitet werden.

 Der Verein Wendepunkt wurde im Jahr 2016 für sein herausragendes Engagement mit dem Förderpreis "Beispielhafte Hilfe für kranke Kinder" der Kinderstiftung ausgezeichnet. Er wurde von der Kinderstiftung finanziell gefördert, ein weiterer wichtiger Unterstützer ist der Verein "Appen musiziert". "Schwer verletzte Kinder und deren Familien brauchen schnelle und unbürokratische Hilfe, die wollen wir unserer Spende für die Trauma-Ambulanz unterstützen", sagte Rolf Heidenberger von "Appen musiziert". Ganz ähnliche Beweggründe hat die Kroschke Kinderstiftung. "In der Trauma-Ambulanz erhalten Betroffene schnelle und passgenaue Hilfe. Dadurch wird vermieden, dass die Kinder und deren Familien noch Jahre später unnötig an den Folgen eines Traumas leiden", würdigt Margret Matthies, Geschäftsführerin der Kroschke Kinderstiftung die Arbeit der Trauma-Ambulanz.

Junge Menschen unterstützen

Der Verein Wendepunkt e.V. und das Regio Klinikum Elmshorn sind Träger der Trauma-Ambulanz Westholstein. Die Mitarbeiter unterstützen traumatisierte junge Menschen und deren Familien. Nach einer ersten Stabilisierungsphase wird für traumatisierte Kinder und Jugendliche eine optimale Behandlungsmöglichkeit gefunden.  

Finanzielle Lücke

Über das Opferentschädigungsgesetz können Betroffene nur eine erste Beratung abrechnen. Liegt die traumatische Erfahrung länger zurück, wird die Behandlung nicht bezahlt. Hier hilft die Kroschke Kinderstiftung und ermöglicht betroffenen Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Trauma-Ambulanz.