"Tiere sind der Schlüssel zur Seele"

Schaf Momo lässt sich geduldig vom taubblinden Marc anfassen, unterstützt wird er dabei von Davor Moritz.
Beim Streicheln von Hund und Kaninchen ist erstmal Vorsicht geboten.
Behutsame Annäherung: Ein kleiner Junge und ein Labrador.

Der positive Einfluss von Tieren auf das menschliche Wohlbefinden ist bekannt. Sie können die pädagogische und therapeutische Arbeit mit kranken und behinderten Kindern wertvoll unterstützen. Seit April können sich auch die Mädchen und Jungen im Taubblindenwerk in Hannover über den Besuch von speziell ausgebildeten Hühnern, Schafen, Hunden, Meerschweinchen und einem Esel freuen.

Einmal wöchentlich kommt Tiertrainerin Ingrid Stephan zur tiergestützten Pädagogik in das Bildungszentrum. Obwohl die Kinder die Tiere weder hören noch sehen können, genießen sie es, die Tiere zu streicheln und mit ihnen zu kuscheln. Erzieherin Gisela Großmann, die das Projekt mit angeregt hat, ist begeistert: „Mir kommen jedes Mal fast die Tränen. Tiere sind einfach der Schlüssel zur Seele.“

Für taubblinde Kinder ist der Kontakt zu Tieren besonders wichtig, denn ihr Zugang zur Umwelt ist besonders schwer. „Die Förderung von Umwelterfahrungen und die Schulung der Wahrnehmung haben für taubblinde Kinder einen großen Stellenwert“, sagte Gerd-Ulrich Hartmann, geschäftsführender Vorstand der Kroschke Stiftung, „regelmäßige tiergestützte Pädagogik kann dazu beitragen, dass auch diese Kinder Tiere erfahren können.“

Mit tiergestützter Pädagogik hat die Kroschke Stiftung übrigens sehr positive Erfahrungen gesammelt. Die Stiftung hat ein ähnliches Projekt am Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover unterstützt, das jetzt mit Erfolg weitergeführt wird.