Therapeutinnen bieten Unterstützung

- Sanfte Massage entspannt: Mareike Kachel-Dunker und die kleine Lilli
Wenn Babys in den ersten Monaten nach der Geburt heftig schreien und sich nicht beruhigen lassen, fühlen sich Eltern hilflos und verzweifelt und sind körperlich erschöpft. Erste Hilfe in dieser Extremsituation leisten im Kreis Stormarn die Schrei-Baby-Ambulanzen, die in Kooperation mit dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt laufen. Unterstützt von der Kroschke Stiftung für Kinder, hat eine weitere Ambulanz in Bad Oldesloe eröffnet.
Die Stormarner Schrei-Baby-Ambulanz mit Christin Schwarz und Monika Wiborny hilft Müttern und Kindern wieder zur Ruhe zu kommen und leistet Krisenintervention. Denn die Eltern kommen oft erst, wenn ihr Geduldsfaden schon fast reißt. Ursache des lang anhaltenden Schreiens können Schwierigkeiten in der Schwangerschaft sein, ein Kaiserschnitt, Spannungen in der Partnerschaft und Unsicherheiten der Eltern. Spannungen der Eltern erzeugen wiederum Anspannung beim Kind. "Die Mütter merken das, wenn sie ihr Baby im Arm halten. Sein kleiner Rücken ist ganz fest", so Schreibabytherapeutin Christin Schwarz. Mit tiefen Tönen und wohltuenden Massagen lernen Mütter und Väter in maximal zehn Sitzungen, wie sie ihre kleinen Schreihälse beruhigen können.
Enttäuschung und Schuldgefühle
In den meisten Gesprächen spielen Enttäuschungen und Schuldgefühle eine grosse Rolle. Doch die qualifizierten Gesprächspartnerinnen können die Eltern beruhigen und versichern, dass sie gute Mütter seien und ihre Babys völlig normal. Den ersten Termin in der Schreibaby-Ambulanz bieten die Therapeutinnen innerhalb von 48 Stunden an, auch Hausbesuche sind möglich. Dieser kurze Zeitraum ist sehr wichtig, denn bei anhaltendem Schreien des Babys werden manche Eltern wütend und entwickeln Gewaltfantasien.
Oft hören die Therapeutinnen: "Ich hätte mein Baby schütteln können." Doch auch das scheinbar harmlose Durchschütteln kann schlimme Folgen für das Kind haben. Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite www.schreibaby-hamburg.de und unter www.awo-stormarn.de
Die Kroschke Stiftung für Kinder unterstützt den Aufbau der dritten Schrei-Baby-Amambulanz im Kreis Stormarn mit 14.000 Euro.




