Krankengymnastik für die Seele
An der Uniklinik Köln hat 2009 ein Projekt zur ambulanten Kunsttherapie mit herzkranken Kindern begonnen. Das Angebot richtet sich an sechs- bis zwölfjährige Kinder, die mindestens eine Operation durchlebt haben. Im Mittelpunkt der Kunsttherapie stehen unter anderem die Stärkung des Selbst durch positive Erlebnisse, die Förderung der Kreativität und die Unterstützung sozialer Kontakte und Fähigkeiten.
Kunsttherapie bedeutet Entspannung
Seit 2005 bietet die Heilpädagogin Ria Kortum Kunsttherapie auf der kinderkardiologischen Station des Herzzentrums Köln an, um die kleinen Patienten zu unterstützen und zu entlasten. Sie schreibt in einem Brief an interessierte Eltern: „Kunsttherapie bedeutet Entspannung, Kommunikation, Kreativität, Freude, Aktion und neue Erfahrungen. Sie bietet damit als eine „Krankengymnastik für die Seele“ die Möglichkeit, Fähigkeiten zur Annahme und Bewältigung von Herausforderungen zu fördern, die Verarbeitung von Erlebnissen zu unterstützen, Positives zu erleben und damit das Kind allgemein zu stärken.“
Positive Rückmeldungen
Die positiven Rückmeldungen von Kindern, Eltern und Stationspersonal hätten dazu beigetragen, das Angebot einer Kunsttherapie mit herzkranken Kindern weiter auszubauen, finanziell unterstützt von der Kroschke Stiftung für Kinder und dem Förderverein Herzzentrum Köln.
Etwa ein halbes Jahr lang lernen die Mädchen und Jungen in kleinen Gruppen von maximal fünf Kindern künstlerische Verfahren und Techniken kennen, können kreativ sein, neue Erfahrungen sammeln, sich über Bilder mitteilen und andere herzkranke Kinder treffen. Auch eine Ausstellung wird organisiert.
Im Rahmen einer Forschungsarbeit werden alle Erfahrungen des Angebots zusammengetragen, um die Kunsttherapie vor allem für den Bereich Kinderkardiologie weiterzuentwickeln. Nach den bisherigen Erkenntnissen kann es über das Medium Kunst gelingen, eine therapeutische Beziehung einzugehen und Probleme zu besprechen. Gleichzeitig kann der Blick auch auf positive Aspekte des Lebens gerichtet werden.




