Selbstheilungskräfte stärken

Liebevoll kümmert sich Papa Lukas um seinen kranken Sohn.

Die Betreuung chronisch kranker Kinder belastet viele Familien. Sie fühlen sich überfordert und ausgebrannt und können ihren Alltag nicht mehr organisieren. Das Nachsorgezentrum Helle-Mitte in Berlin versucht in einem Projekt namens Freeda, die Selbstheilungskräfte des Familiensystems zu stärken und die Entwicklung persönlicher Kompetenzen zu fördern.

Ein professionelles Team fährt mit der Familie an einem Wochenende in den Spreewald und trainiert dort durch Übungen und Spiele das gesamte Sinnessystem. Etwa bei der Familie mit den fast vierjährigen Vierlingen Collin, Angelo, Julia und Veronique. Alle vier leiden unter verschiedenen Krankheiten.

Die beiden Jungen können nicht sitzen, sondern nur liegen. Um ihre Sinneswahrnehmungen zu stimulieren, kamen an dem Wochenende Klangschalen zum Einsatz, sie wurden mit Musik und wohlriechenden Ölen massiert. Ein besonders Erlebnis war es, Katzen und Hunde zu streicheln, den gackernden Hühnern und den Enten zuzuhören oder vom Kinderwagen aus Pferde und Kühe auf der Weide zu bestaunen.

Julia hatte nur noch Augen für ihren besten Freund, den Therapiehund Lucca, den sie knuddeln konnte und der sie zum Lachen brachte. Kühe und Pferde waren ihr zu groß. Veronique ist taub. Sie ist sehr wissbegierig und befühlte alles ganz genau, Käfer und Regenwürmer begeisterten sie sehr.

Während die kranke Mutter in Berlin war, konnte sich Papa Lukas liebevoll und ausgelassen mit seinen Kindern beschäftigen. Mit vielen guten Tipps, wie er die Vierlinge zu Hause versorgen kann, ging es zurück nach Berlin.

 

Wie fühlt sich denn das an? Vorsichtig befühlt Veronique ein Knäuel aus Wolle.
Die kleine Julia mit Initiatorin Ines Weber und Therapiehund Luca.