Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder

Gründliche Untersuchung: Prof. Dirk Reinhardt mit einem kleinen Patienten. Foto: Jana Striewe

Lebensbedrohlich erkrankte Kinder und Jugendliche sollen künftig besser zu Hause versorgt werden. Bei einer Pressekonferenz im Klinikum Braunschweig hat Prof. Dirk Reinhardt von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) das „Netzwerk für die Versorgung schwer kranker Kinder und Jugendlicher“ vorgestellt, das sich bisher vor allem um krebskranke Kinder kümmerte.

Künftig sollen auch diejenigen zu Hause versorgt werden, die unter neuro-pädiatrischen, kardiologischen und stoffwechselbedingten Erkrankungen leiden. „Viele Hausärzte und Pflegedienste sind um die richtige Betreuung der jungen Patienten bemüht, aber oft nicht ausreichend vorbereitet“, schilderte Reinhardt die Situation.

Zunächst wird mit Hilfe einer schriftlichen Befragung bei Ärzten, Psychologen, Pflegediensten und Kinderhospizen der Bedarf einer ambulanten Versorgung erhoben. Gleichzeitig wird eine flächendeckende Datenbank mit den Krankheitsverläufen der jungen Patienten angelegt, um den Übergang von der stationären zur häuslichen Pflege zu erleichtern. Damit können auch Hausärzte, Pfleger und die Eltern einen Facharzt um Rat bitten, der Zugriff auf die Datenbank hat. Ziel ist es, diese Datenbank so zu erweitern und zu betreiben, dass die ambulante Behandlungssicherheit im Flächenland Niedersachsen verbessert wird.

An dem Netzwerk beteiligen sich neun Elterninitiativen und 16 Kliniken. Finanziert wird es vom niedersächsischen Sozialministerium, der Kroschke Stiftung für Kinder, der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland, der Stiftung Niedersächsischer Volksbanken und Raiffeisenbanken und der TUI-Stiftung.