Schnelle Hilfe für Kinder in Not

Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann hat sich jetzt in Braunschweig über den Stand der Planungen für das neue Koordinierungszentrum "Kinderschutz" informiert. Dieses Zentrum soll Kinder besser vor Misshandlungen im Elternhaus schützen.

"Kindesmisshandlung rechtzeitig zu erkennen und mit einem System der schnellen interdisziplinären Hilfe anzusetzen, ist ein Megathema unserer Zeit", sagte Mechthild Ross-Luttmann. "Niedersachsen wird sich ab diesem Jahr finanziell engagieren. Unser Ziel ist ein flächendeckendes Netzwerk für Niedersachsen. Hannover, Braunschweig, Lüneburg und Oldenburg sind als Standorte am Start."

Dass jetzt in Braunschweig ein regionales Koordinierungszentrum aufgebaut wird, ist auch ein Erfolg der Kroschke Stiftung für Kinder. Die Stiftung fördert das Projekt mit 60.000 Euro. Auch beim Internationalen Reitturnier Löwen Classics vom 8. bis 11. März sammelt die Stiftung Spenden für den Aufbau dieser Zentren. Die Schirmherrschaft für die Charity-Aktion und ein Pony-Rennen für Kinder hat Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen übernommen. Der niedersächsische Landwirtschaftminister Hans-Heinrich Ehlen gibt den Startschuss für das Pony-Rennen.

In den neuen Koordinierungszentren soll sowohl praxisbezogene als auch theoretische Arbeit geleistet werden. Bereiche der praktischen Arbeit sind unter anderem die Früherkennung von Fällen, die rasche Sicherung der Verdachtsdiagnose, die faktische Schutzübernahme für das Kind und die Stärkung von Eltern, damit sie gewaltfrei mit ihren Kindern umgehen. Aspekte der theoretischen Arbeit sind die Überprüfung der praktischen Arbeit, der Kompetenzerwerb sowie die Weitergabe von Wissen und Erfahrung. Es werden alle Institutionen vertreten sein, die ein berechtigtes fachliches Interesse am Kindessschutz haben: etwa niedergelassene Kinderärzte, Vertreter von Kinderkliniken, Jugend- und Gesundheitsämtern, Kindergärten und Schulbehörden, Polizei und Familiengericht.

Braunschweigs Sozialdezernent Ulrich Markurth betonte, dass der Schutz von von Gewalt bedrohten Kindern bei der Stadt Braunschweig immer höchste Priorität hatte und auch in Zeiten knapper Haushaltsmittel finanziell stets unangetastet blieb. 208 Kinder und Jugendliche seien im vergangenen Jahr in Obhut genommen. 2001 waren es 87 Fälle.

 

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