Kindergesundheitshaus bietet Nachsorge für frühgeborene oder chronisch kranke Kinder

Die Kroschke Stiftung für Kinder hat dem Kindergesundheitshaus Berlin, einer anerkannten Nachsorgeeinrichtung nach dem Modell des Bunten Kreises, eine wichtige Anschubfinanzierung gewährt. Beim 11. Frühchen-Sommerfest auf dem Klinikgelände in Berlin-Neukölln überreichte Gerd-Ulrich Hartmann, geschäftsführender Vorstand der Stiftung, eine Spende von 10.500 €. Dieses Geld sichert insbesondere die psychosoziale Elternberatung der Einrichtung.

Zu früh geborene Kinder kommen oft krank oder unterstützungsbedürftig nach Hause – und das kann ihre Familien überfordern. Die Eltern müssen das kranke Kind betreuen, ärztliche Empfehlungen zu Hause umsetzen, Fördermöglichkeiten ausfindig machen, Anträge stellen und vor allem eine gute und tragfähige Eltern-Kind-Beziehung aufbauen. "Unsere so genannten Case Manager helfen immer mehr Berliner Familien mit schwer krankem Nachwuchs, ihr Leben in den Griff zu bekommen", berichtete Stephanie Höltke, Psychologin des Kindergesundheitshauses.

Die Case Managerinnnen, speziell weitergebildete Kinderkrankenschwestern, unterstützen Familien, sich zwischen Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Kinderärzten, Therapieangeboten und Ämtern zurechtzufinden, entsprechende Anträge zu stellen und Termine zu koordinieren. Sie beraten Familien zu Hause und nehmen Unsicherheiten bei der Versorgung wahr. Höltke: "Wir vernetzen nicht die Familien mit den Einrichtungen, sondern wir beraten, trösten und leiten die Familien an."

Dass das Nachsorge-Projekt den kranken Kindern gut tut, ist nach Auskunft von Prof. Rainer Rossi, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Vivantes Klinikum Neukölln, wissenschaftlich belegt und er hat diesen Effekt auch selbst beobachtet: "Nur wenige unserer ehemaligen Patienten, die vom Kindergesundheitshaus betreut werden, müssen noch einmal im Krankenhaus stationär behandelt werden."

Die sozialmedizinische Nachsorge des Kindergesundheitshauses beginnt direkt oder spätestens zehn Tage nach dem Klinikaufenthalt und dauert in der Regel zwölf Wochen. Zentrales Motiv dabei ist Hilfe zur Selbsthilfe. Da die Krankenkassen auf Antrag oft nur einen Teil der Betreuungskosten übernehmen, ist die Nachsorgeeinrichtung auf Spenden angewiesen.

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