Neue Studie über Frühgeborene in Hamburg
Wenn ein Baby zu früh geboren wird, bricht für die Eltern oftmals eine Welt zusammen. Sie sorgen sich um die Gesundheit des Neugeborenen, haben Angst vor dessen Zerbrechlichkeit, können wegen der intensivmedizinischen Versorgung weniger mit ihrem Kind zusammen sein. Und das ist häufig nur der Anfang.
Neuere Erkenntnisse deuten auf einen Zusammenhang zwischen elterlicher Belastung und kindlicher Entwicklung nach extremen Frühgeburten hin. Um das Ausmaß der gesundheitlichen und familiären Belastungen frühzeitig zu erfassen, wird derzeit in einer wissenschaftlichen Untersuchung die Entwicklung von früh- und reifegeborenen Kindern und ihren Familien untersucht. Die Hamburger Früh- und Reifgeborenen Entwicklungsstudie (HaFEn) hat das Ziel, die langfristigen Entwicklungsperspektiven für Frühchen mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1500 Gramm deutlich zu verbessern, indem den Eltern bei psychischen Belastungen und Störungen gezielt Hilfestellung geboten wird.
Fachleute begleiten die teilnehmenden Familien bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr ihrer Kinder, denn die Folgen einer Frühgeburt sind weit reichend. Schlafstörungen, Schwierigkeiten beim Stillen, exzessives Schreien der Kinder, eine verzögerte Entwicklung und eine eventuelle Behinderung belasten Mutter und Vater. Hilflosigkeit, Angst und Depressionen können die Folge sein.
Leiter der Studie sind Dr. Carola Bindt, Klinik für Kinder- und Jugendpsychosomatik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, und Dr. Axel von der Wense, Abteilung für Neonatologie am Altonaer Kinderkrankenhaus. Die Kroschke Stiftung für Kinder und die Werner-Otto-Stiftung fördern die über drei Jahre laufende Studie, die im Juni 2009 abgeschlossen sein wird, zu gleichen Teilen.
Um die Familien in dieser schwierigen Phase zu unterstützen, bietet das Altonaer Kinderkrankenhaus seit Mai 2005 eine regelhafte psychologische Begleitung, die ambulant fortgesetzt werden kann.




