Naturtherapie mit Erfolg abgeschlossen (26.11.2010)

Aus Tierspuren haben die Kinder Gipsabdrücke gegossen.

Die Mädchen und Jungen haben sich im Tipi versammelt, Therapiehund Giovanni wartet vorm Zelt.
Die heilende Kraft der Natur durch den Wandel der Jahreszeiten haben neun komplex traumatisierte Kinder an acht Wochenenden im Elm und im Harz erlebt. Die Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren alle werden in Kinderwohngruppen des Pädagogisch-Psychologischen Therapie-Zentrum (PPTZ) betreut. In einem Pressegespräch hat PPTZ-Geschäftsführer Günther Streifthau die positive Wirkung des Projekts betont, das von der Naturtherapeutin Sylvia Wollwert und ihrem Team sowie der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Regina Lönneker-Hasse geleitet wurde.
Während des Projekts wurde der gewohnte Komfort durch ein einfaches Naturfreundehaus ersetzt und das gemütliche Bett durch ein Zelt. Frei von alltäglichen Pflichten und Ablenkungen trauten sich die Kinder allmählich, in Redekreisen von sich zu erzählen und lernten sich gegenseitig zuzuhören.
Nach anfänglicher Unsicherheit entwickelten die Kinder mit der Zeit die Neugier und das Vertrauen, sich auf die Fragen aus der Natur einzulassen: Etwa, wo die Kratzspuren am Baum herkommen und welches Tier seine Fährte hinterlassen hat. Die Kinder erlernten einfache Überlebenstechniken und stellten sich zunehmen größeren Herausforderungen. So errichteten sie einen Schlafplatz im Wald aus Naturmaterialien oder entzündeten ein Feuer bei Regen (ohne Streichhölzer oder Feuerzeug).
Dieses Interesse wurde aufgegriffen und verstärkt. Förderschüler mit Lerndefiziten und Konzentrationsmängeln zeigte daraufhin eine nie gekannte Begeisterung, Wissen zu erwerben. Selbst Kinder mit ADHS-Diagnose konnten nachts konzentriert und ruhig durch den Wald schleichen, um ein nachtaktives Tier zu beobachten.
Somit bot die Naturtherapie einen reichen Erfahrungsraum, um Selbstwahrnehmung, Eigen- und Gruppenverantwortung, Kooperationsbereitschaft, soziale Kompetenz, Kreativität, Neugier und flexibilität zu fördern.





