Kinderschützer trafen sich in Ahrensburg (10.08.2010)
Zu einem Kinderschutz-Forum haben sich auf Einladung der Kroschke Stiftung rund 30 Fachleute in Ahrensburg getroffen. Darunter waren Ärzte und Vertreter von Hilfsorganisationen und Beratungsstellen, der Polizei und des Sozialministeriums in Kiel.
Vorgestellt wurden verschiedene Vorhaben, etwa das Projekt KITZ (Kinderschutz vor Ort), das seit Juli in Stormarn sowie den Landkreisen Segeberg, Harburg und Stade läuft. Die Kroschke Stiftung unterstützt das Projekt mit 33.000 Euro. Dr. Dragana Seifert vom Rechtsmedizinischen Institut des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) erläuterte, dass dadurch Kinder, bei denen der Verdacht auf Misshandlung besteht, mit mehr diagnostischer Sicherheit in ihren Heimatkreisen untersucht werden sollen.
"In Hamburg gibt es dieses Projekt seit vier Jahren, Mitarbeiter von Jugendämtern, Polizei oder Kinderkliniken können sich an uns wenden", sagte Seifert. Doch auch andere, die bei einem Kind ein auffälliges Verhalten feststellen, können die KITZ-Initiatoren um Hilfe bitten, KITZ arbeitet mit weiteren Experten zusammen, etwa mit Kinder- und Jugendpsychiatern. Besteht allerdings ein Verdacht auf sexuellen Missbrauch, finden die sehr aufwändigen Untersuchungen weiterhin im UKE statt.
"Kinderschutz von Anfang an" ist ein weiteres Projekt, das bei der Tagung vorgestellt wurde, es wird von der Kroschke Stiftung mit 50.000 Euro unterstützt. "Wir möchten für alle Mitarbeiter im Kreißsaal - ob Kinderkrankenschwester oder Arzt - eine Fortbildungsmöglichkeit schaffen", sagte Margret Matthies vom Vorstand der Kroschke Stiftung. Denn beispielsweise lernten Krankenschwestern oder Pfleger in ihrer Ausbildung nicht, ob zwischen Mutter, Familie und Neugeborenen irgendetwas nicht stimme. Die erste Fortbildung für Mitarbeiter des Kreißsaales soll in Lübeck stattfinden.
Auf einer neuen Internetseite, die Ende des Jahres ans Netz gehen soll, können sich Erzieherinnen künftig kostenlos über Kinderschutz und Früherkennung von Kindesmisshandlung informieren. Auch dieses Projekt wird von der Kroschke Stiftung unterstützt. Einen Namen hat die neue Internetseite allerdings noch nicht.
Alle Beteiligten waren sich einig, dass demnächst eine ähnliche Veranstaltung stattfinden soll.





