Jugendliche sind Eltern auf Probe (17.02.2010)

Fast wie richtige Babys: Die jungen Mädchen kümmern sich liebevoll um "ihren Nachwuchs".

Eltern auf Probe können die jugendlichen Teilnehmer eines Präventionsprojekts sein, das der Sozialdienst katholischer Frauen an Schulen in Braunschweig anbietet. Ziel ist es, der zunehmenden Zahl von Teenagerschwangerschaften entgegenzuwirken, Kindesmisshandlungen und –vernachlässigungen vorzubeugen.
Wenn sich Teenager ein Kind wünschen, dann oft deshalb, weil sie nicht wissen, wie sehr ein Baby ihr Leben verändern würde. Doch wie sollen Jugendliche lernen, was es heißt, Verantwortung als Eltern zu übernehmen. Der Sozialdienst katholischer Frauen, ein Fachverband des Caritasverbandes, versucht mit dem „Elternpraktikum mit Babysimulator“ praktische Antworten auf diese Frage zu geben.
Die Schülerinnen können für einige Tage und Nächte in die Rolle junger Eltern schlüpfen und bekommen Babysimulatoren, um die sie sich ständig kümmern müssen. Die Simulatoren sehen wie richtige Babys aus, schreien, glucksen, husten und stoßen auf und - sie schlafen nachts nicht durch. Werden die „Babys“ vernachlässigt, stark geschüttelt oder grob behandelt, zeichnet das ein elektronisches Messgerät auf. Am Ende des Projekts steht ein individuelles Auswertungsgespräch mit den Schülerinnen.
Auf diese Weise werden Denkanstöße, Überlegungen und Gespräche möglich, die in einem theoretischen Unterricht so nicht gegeben werden können. Von diesem Jahr an werden auch Jungen in das Projekt mit einbezogen und können sich so mit dem Thema Vaterschaft auseinandersetzen.
Die Kroschke Stiftung fördert das Projekt mit 20.000 Euro.

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