"Frühgebor(g)en" - Hilfe für Familien in Krisensituationen (17.05.2010)
Familien, die mit der Ausnahmesituation einer Frühgeburt nicht zurechtkommen, werden in Bremen derzeit durch Mitarbeiterinnen des Pilotprojekts "Frühgebor(g)en" unterstützt. In Ergänzung zur bereits bestehenden Sozialmedizinischen Frühgeborenen-Nachsorge der Kliniken wendet sich der Verein für integrative Erziehung und Frühförderung (ViF) mit dem Projekt an Familien, die in dieser Krise Hilfe brauchen. Wie diese Hilfe aussehen kann, möchte Monika Klein von ViF zunächst gemeinsam mit den Eltern abklären. Sie könnte die Eltern zur Nachsorge oder zum Kinderarzt begleiten, sie bei der Versorgung des Babys anleiten oder ihnen helfen, Zeichen des Frühchens richtig zu deuten. Pro Woche und Familie plant die Heilpädagogin eineinhalb bis zwei Stunden ein.
Für die Eltern eines zu früh geborenen Babys ist es oft nicht einfach, Kontakt zu einem Kind aufzubauen, das sie nicht einfach auf den Arm nehmen und knuddeln können, sondern das stattdessen abgeschirmt und möglicherweise künstlich beatmet in einem Brutkasten liegt. Oftmals werden alle Pläne durchkreuzt, die sich die Famile für die Zeit nach der Geburt gemacht hatte. Das könne die Partnerschaft der Eltern und die Geschwister belasten, betont Margret Matthies, Geschäftsführerin der Kroschke Stiftung.
Damit die betroffenen Familien nicht mit zu vielen Helfern Kontakt haben, ist eine enge Absprache mit Kliniken, Familienhebammen, Familienhelferinnen und anderen Institutionen geplant. Nach einem Jahr soll für das Projekt "Frühgebor(g)en", das von der Kroschke Stiftung (23.000 Euro) und der Aktion Mensch unterstützt wird, eine Zwischenbilanz gezogen werden.






