Kroschke Förderpreis für Refugio Bremen

Eine Urkunde für den Preisträger Refugio Bremen (von links): Verena Wetzel von Refugio Bremen, Ministerin Mechthild Ross-Luttmann, Stifter Christoph Kroschke sowie Preisträgerin Renata Obršal-Ihssen.
Festveranstaltung in der Braunschweiger Dornse mit dem Querflötentrio der Städtischen Musikschule.

Mit dem Kroschke Förderpreis "Beispielhafte Hilfe für kranke Kinder" ist im Jahr 2008 die Beratungsstelle Refugio Bremen ausgezeichnet worden. Die teils ehrenamtlichen Mitarbeiter kümmern sich seit 20 Jahren um traumatisierte Flüchtlinge und Folterüberlebende in Nordwestdeutschland, darunter viele Kinder. Schirmherrin des Preises war die niedersächsischen Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann.

Zum Festakt im Braunschweiger Altstadtrathaus waren rund 180 Gäste gekommen, zahlreiche Ehrengäste, frühere Preisträger des Kroschke Förderpreises, viele Förderpartner und Mitglieder des Freundeskreises. Nicht fehlen durften die Träger der vier Anerkennungspreise in Höhe von je 1000 Euro. Es sind der Verein Verwaiste Eltern und Geschwister Hamburg, der Fachbereich Rollstuhlbasketball im Deutschen Rollstuhlsportverband, das KuMuLi-Team (Kunst und Musik) im Klinikum Dortmund und der Arbeitskreis Junge Erwachsene im Kindernetzwerk.

Humanität und Engagement

"Erst soziales Engagement und Humanität machen aus einer erfolgreichen auch eine lebenswerte Gemeinschaft"; sagte Ministerin Ross-Luttmann bei der Preisverleihung im Braunschweiger Altstadtrathaus. "Denn eine Gesellschaft, in der jeder nur an sich und seine eigenen Ansprüche denkt, kann nicht funktionieren." Leider sei es keine Selbstverständlichkeit, dass der Grundsatz der Nächstenliebe so überzeugt und konsequent gelebt werde wie von den Gründern der Kroschke Stiftung.

Christoph Kroschke, Vorstandsvorsitzender der Kroschke Stiftung, betonte, dass sich die Jury einstimmig für den Preisträger Refugio Bremen entschieden habe. Allerdings hätten die Jurymitglieder ebenso einstimmig bekannt, dass nahezu jeder Bewerber den Preis verdient hätte.

Verlust und Entbehrung

In ihrer Laudatio würdigte Dr. Hanna Bauer-Bücher, Preisträgerin des Jahres 2006, das besondere Engagement der Refugio-Mitarbeiter. "Durch diesen Preis wird ein Schlaglicht auf Kinder geworfen, die in ihrer Heimat Verzweiflung, Angst und Hunger erlitten haben", sagte die Laudatorin. Mit der Vertreibung verbunden seien Verlust und Trennung von liebenden Angehörigen und Freunden sowie Entbehrungen von allem, was ein Kind für eine gesunde Entwicklung brauche. Sie stelle es sich sehr schwierig vor, zu traumatisierten Kindern und Jugendlichen aus völlig anderen Kulturkreisen einen Zugang zu finden.

Zuvor war Prof. Dr. Hubertus von Voss auf die Entwicklung des Förderpreises "Beispielhafte Hilfe für kranke Kinder" eingegangen und auf die gute Zusammenarbeit mit dem Kindernetzwerk.

Der Förderpreis ist mit 7500 Euro dotiert, beworben hatten sich um die bundesweit ausgeschriebene Auszeichnung fast 60 Organisationen.